Einleitung

Einführung in WhatsApp

»WhatsApp« – auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Name für eine Anwendung auf dem Smartphone. Er geht zurück auf den englischsprachigen Ausruf »What’s Up«, der »Was ist los?«, »Wie geht es?« oder jugendsprachlich »Was geht?« bedeutet. Eigentlich eine passende Bezeichnung für eine App, mit der Sie kurze oder lange Textnachrichten, Bilder, Videos oder Audioclips z. B. an Freunde und Verwandte schicken können.

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Das ist WhatsApp

Seit 2009 existiert WhatsApp und wurde Anfang 2014 – für die Entwickler äußerst gewinnbringend – an Facebook verkauft. WhatsApp hat sich (Stand Feb. 2018) eine inzwischen auf gigantische 1,5 Milliarden Personen angewachsene Nutzerschar aufgebaut. Rund 40 Millionen dieser Benutzer kommen aus Deutschland. Da es ungefähr 54 Millionen Smartphone-Besitzer in Deutschland gibt, haben dreiviertel davon diese App auf dem Gerät. Und es werden täglich mehr, denn die Verkaufszahlen von einfachen Handys gehen zurück und immer mehr Leute kaufen sich ein iPhone oder ein Android-Gerät.

Warum dieser enorme Erfolg? Ganz einfach: Die App ist sehr einfach zu nutzen und besitzt alle notwendigen Funktionen, um problemlos mit einem Smartphone via Internet zu kommunizieren. Außerdem verselbstständigt sich der Erfolg in gewisser Hinsicht: Gerade weil sehr viele Leute bereits WhatsApp nutzen, kommen immer mehr Leute dazu. Die Kontakte sind ja bereits über WhatsApp zu erreichen …

WhatsApp läuft der SMS den Rang ab, da der Dienst billiger, flexibler und einfacher zu nutzen ist. Bei jüngeren Leuten unter Dreißig verwendet bereits mehr als jeder Zweite nicht mehr den SMS-Dienst der Netzbetreiber, sondern WhatsApp. Zwar gibt es inzwischen auch Mobilfunktarife mit entweder vielen Frei-SMS oder einer kostengünstigen SMS-Flatrate, doch das konnte den Siegeszug von WhatsApp nicht aufhalten. Erstens überschreiten zumindest Teenager die Inklusiv-SMS recht häufig und zweitens sind nur die reinen SMS-Textnachrichten halbwegs kostengünstig. Für das Versenden von Fotos per MMS beispielsweise verlangen die Netzbetreiber relativ hohe Gebühren.

Das kann WhatsApp

Zunächst einmal können Sie mit WhatsApp jedem anderen Teilnehmer dieses Dienstes eine Textnachricht zusenden. Im Unterschied zu einer SMS kann diese Textnachricht deutlich länger werden und zudem sogenannte Emoji enthalten. Emojis sind Piktogramme, mit denen Nutzer von WhatsApp (und anderen Apps) Informationen übertragen. Sie helfen bei der knappen Darstellung von Gefühlen (wie Emoticons in einer E-Mail) und vielen anderen Dingen.

Der Empfänger der Nachricht muss das Smartphone nicht unbedingt genau in dem Moment nutzen, in dem Sie ihm eine Nachricht schicken. Wenn nicht direkt eine Verbindung aufgebaut werden kann, speichert WhatsApp die Nachricht auf eigenen Servern im Internet und stellt sie erst dann zu, wenn der Empfänger sein Smartphone wieder eingeschaltet hat.

WhatsApp speichert die Nachrichten nicht für längere Zeit auf seinen eigenen Servern. Sobald ein WhatsApp-Nutzer mit seinem Smartphone über eine Internetverbindung verfügt und sich dadurch mit den Servern des Unternehmens verbindet, werden alle für ihn bestimmten Nachrichten an diesen Nutzer geschickt. Anschließend werden die Nachrichten sofort von den Servern entfernt.

Anders würde WhatsApp auch nicht funktionieren. Die enormen Datenmassen, die die Nutzer täglich erzeugen, wären nicht sinnvoll zu speichern. Das bedeutet aber auch, dass der Chat-Verlauf nur auf den Smartphones der beiden Chat-Partner und ggf. in einem Online-Backup vorhanden ist.

Ein Beispiel: Sie schicken eine WhatsApp-Nachricht an Ihre Tochter, die aber zurzeit in der Schule ist und das Handy ausgeschaltet hat. Nach Schulschluss schaltet sie es wieder ein. Bereits nach wenigen Sekunden erhält sie eine Mitteilung, dass eine neue Nachricht eingegangen ist. Nun kann sie WhatsApp starten und nachsehen, was Sie ihr gesendet haben.

Sie kann jetzt direkt antworten und diese Antwort landet dann nach wenigen Sekunden auf Ihrem Smartphone. Wenn das Gerät eingeschaltet ist, werden Sie darauf aufmerksam gemacht, dass Sie eine neue Nachricht bekommen haben. Nun können Sie eine Online-Unterhaltung (einen Chat) beginnen: Sie antworten direkt auf die Nachricht Ihrer Tochter, worauf sie antwortet usw. Auf dem Display sehen Sie diese Unterhaltung in einer Art zweispaltigen Anzeige dargestellt, sodass Sie auch später noch genau nachlesen können, wer was geschrieben hat.

Darüber hinaus bietet die App viele weitere Möglichkeiten:

1 Gruppenchats: Sie können gleichzeitig mit mehreren Leuten Nachrichten austauschen. Die Nachrichten aller an dem Chat beteiligten Personen erscheinen dabei in einer gemeinsamen Anzeige auf dem Display des Smartphones. Es handelt sich dabei um eine Art Konferenzfunktion, die in WhatsApp Gruppenchat genannt wird. Wichtig: Bei dieser Art des Chats sehen alle teilnehmenden Personen jeden anderen Teilnehmer und jede Nachricht innerhalb des Gruppenchats.

2 Broadcast: Wenn Sie eine bestimmte Nachricht an mehrere (oder sogar sehr viele) Leute verschicken wollen, können Sie die Broadcast-Funktion nutzen. Dabei sieht jeder Empfänger nur die an ihn gerichtete Nachricht und nicht, an welche anderen Empfänger diese Nachricht außerdem noch ging.

3 Multimedia: WhatsApp kann neben Texten auch Audionachrichten, Fotos und andere Bilder, Videos, Standortinformationen und Kontaktdaten versenden. Sie können dabei Fotos und Videos aus WhatsApp heraus aufnehmen und sofort verschicken. Aber auch bereits auf dem Gerät gespeicherte Mediendateien lassen sich problemlos per WhatsApp weitergeben. Fotos lassen sich beschriften, zuschneiden, mit Emojis und auch handgezeichneten Inhalten versehen. Auch Audionachrichten werden bei Bedarf direkt in WhatsApp aufgezeichnet.

4 Videotelefonie: Mit WhatsApp können Sie mit Ihren Kontakten kostenlose Videotelefonate (und auch gewöhnliche Audiotelefonate ohne Videobild) führen. Voraussetzung dafür ist eine schnelle Internetanbindung.

5 Status: WhatsApp lässt Sie eine Info festlegen, die für alle WhatsApp-Nutzer sichtbar ist, in deren Telefon Sie (Ihre Telefonnummer) als Kontakt eingetragen sind. Darüber hinaus können Sie mit Videos, Bildern und Text Ihren Status mitteilen. Diese Statusmeldungen bleiben lediglich 24 Stunden sichtbar und werden danach automatisch entfernt. Dieses Feature entspricht in etwa den Facebook, Snapchat oder auch Instagram Stories.

WhatsApp und Ihre Telefonnummer

WhatsApp nutzt Ihre Telefonnummer als Identifikationsmerkmal. Aus diesem Grund müssen Sie bei WhatsApp Ihre Telefonnummer eingeben, um die App zu nutzen. In der Regel ist das die Telefonnummer des Smartphones, auf dem Sie die App installiert haben und nutzen wollen.

Sehr wichtig: WhatsApp ist nicht an eine bestimmte Person, sondern an ein bestimmtes Gerät gebunden. Das Benutzerkonto ist immer mit einer Telefonnummer verknüpft. Dies hat Konsequenzen beim Wechseln des Gerätes oder der Telefonnummer:

  • Wenn Sie WhatsApp auf einem neuen Smartphone mit Ihrer bisherigen Nummer nutzen wollen, geben Sie beim ersten Start von WhatsApp einfach die Telefonnummer ein und Sie bekommen Ihren alten Zugang zugewiesen.
  • Wenn Sie für Ihr bisheriges Smartphone eine neue Telefonnummer bekommen, müssen Sie das Konto auf die neue Rufnummer ummelden. Dafür gibt es einen speziellen Befehl innerhalb der App.
  • Wenn Smartphone und Telefonnummer neu sind, müssen Sie zunächst die alte Rufnummer auf Ihrem alten Smartphone abmelden und anschließend auf dem neuen Gerät die neue Rufnummer in WhatsApp eintragen.

WhatsApp und Ihre Kontakte

WhatsApp arbeitet eng mit der Kontakte-App auf Ihrem Smartphone zusammen. Sie können nur mit Personen Nachrichten austauschen, die bei WhatsApp registriert und in Ihrer Kontakte-App mit der Telefonnummer eingetragen sind. Wichtig: Bei der Telefonnummer muss es sich um die Nummer handeln, mit der die entsprechende Person den WhatsApp-Zugang freigeschaltet hat. WhatsApp zeigt in seiner eigenen Kontaktliste nur die Einträge aus Ihren Kontakten an, die bei WhatsApp registriert sind.

Das kostet WhatsApp

Vor dem Kauf des Unternehmens durch Facebook wurde zunächst eine kleine Jahresgebühr in Höhe von etwa einem Euro pro Jahr erhoben. Aktuell ist der WhatsApp Messenger an sich kostenlos.

Da die App auch vollständig ohne lästige Werbung Dritter auskommt, wird der Dienst momentan intern durch Investitionen von Facebook finanziert. Facebook sichert sich auf diese Weise Reichweite und kann so steuern, in welche Richtung die Entwicklung beim mit dem Facebook Messenger eigentlich konkurrierenden WhatsApp geht.

Für die Zukunft ist angedacht die Finanzierung durch das Hinzufügen weiterer Features wie z. B. der direkten Kommunikation mit Firmen, die dann für diese Möglichkeit zahlen, zu realisieren.

Wichtig: Mit WhatsApp werden alle Nachrichten über eine bestehende Internetverbindung übermittelt. Das kann eine Verbindung via WLAN oder über ein Mobilfunknetzwerk sein. Für den zweiten Fall benötigen Sie einen Datentarif für Ihr Smartphone, im Idealfall eine Daten-Flatrate. Zusätzlich dazu fallen für die Übermittlung der Nachrichten keine weiteren Kosten an.

So sicher ist WhatsApp

Nach Auskunft des Herstellers verfügt WhatsApp über eine 1 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der Inhalte der Nachrichten nur vom Sender und Empfänger gelesen werden können. Selbst WhatsApp hat keine Möglichkeit, Einsicht in die Nachrichten zu nehmen. Der Chat-Verlauf wird überhaupt nicht gespeichert, Chat-Nachrichten sind privat und werden nur so lange gespeichert, bis sie zugestellt werden konnten.

Die Verschlüsselungsfunktion ist noch relativ neu und eine Reaktion auf einige Sicherheitsprobleme, die in der Vergangenheit aufgedeckt wurden. So hat zum Beispiel die Stiftung Warentest bei einer Untersuchung der App herausgefunden, dass die Kontaktdaten auf den Servern des Herstellers früher unverschlüsselt gespeichert wurden. Hier hat WhatsApp relativ schnell reagiert und entsprechend nachgebessert.

Trotzdem ist ein Chat mit WhatsApp keine hochsichere Kommunikation. Ein Smartphone kann relativ einfach gestohlen werden, sodass Unbekannte einen Einblick in die Chats erhalten können. Sie sollten dies immer bedenken und WhatsApp als eine App für eine nette Plauderei zwischendurch ansehen. Wirklich wichtige, private Themen sollten Sie hierüber besser nicht besprechen.

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